DER GEIZIGE

Molières bekannte Komödie übertragen auf das Hier und Jetzt – „in the middle of something“. Eine Zeit, in der Alle und Alles in der Krise stecken; eine Zeit, in der das Thema Geld uns aufgezwungen wird von Leuten, die die Mechanismen und Risiken der Geldvermehrung selbst nicht mehr kontrollieren.

 

 

Cléante, der Sohn des reichen Harpagon, setzt Werte mit Geld gleich und sucht seinen Frieden im Konsum. Statt selbst was zu verdienen, beschimpft er seinen Vater, weil dieser ihm nicht gibt, was ihm doch zusteht: „Arschkröte!“ Sein Kumpel, La Flêche, sich im Bewusstsein eines autonomen Sozialisten sulend, differenziert: „Geldsau!“ Es ist doch genug von allem da, nur die Verteilung ist so voll ungerecht. „Geizi“ Harpagon hingegen kann nicht begreifen, wie er zu diesem Spitznamen kommt. Er war es ja, der seine „Lebenszeit in mein Geld verwandelt“ hat. Warum das Leben nicht kostenbewusst gestalten? Warum abgebrochene Absätze nicht reparieren lassen? Oder bedürftigen Kindern in Afrika spenden? Warum in das Alien von Schwiegersohn investieren: „Ich so voll. So voll so: Häääähh???!!! (augenroll)“? Schon gar nicht kommt er auf die Idee zu sterben, lieber holt er sich Lebenskraft aus der Geilheit auf die Verlobte seines Sohnes. Denn: Marianne kommt gleich! PeterLicht fragt polyperspektivisch in seiner rasant-chaotischen Bewusstseinskomödie, was denn Geiz überhaupt ist und wo dieser sitzt – was die Geldhysterie mit uns macht. Ist letztlich alles eine Armut an Sex und Gefühl? Oder liegt die Wahrheit in einer kondensierten geschredderten Zahnpastatube, die aufs Konto tropft

 

 

PeterLicht veröffentlichte sein erstes Musikalbum unter dem Namen Meinrad Jungblut, wobei nicht bekannt ist, ob dies sein Geburtsname oder ebenfalls ein Pseudonym ist. Neben inzwischen fünf Musikalben („Das Ende der Beschwerde“ wurde im Oktober 2011 veröffentlicht), schrieb er ebenso die Bücher „Wir werden siegen – Buch vom Ende des Kapitalismus“ und „Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des 3. Jahrtausends“, mit dem er den 3sat- und den Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb gewonnen hat. Nachdem seine Musik bereits als Basis für Christiane Pohles Theaterstück „Wir werden siegen. Und das ist erst der Anfang“ diente, entwickelte PeterLicht 2009 mit Schauspielern der Münchner Kammerspiele sein erstes eigenes Stück mit dem Titel „Räume räumen“ im Rahmen seines „Festival vom unsichtbaren Menschen“. 2010 entstand im Auftrag des Berliner Maxim Gorki Theater seine Überschreibung von Molières „Der Geizige“

 

 

Pressestimmen

 

 

„Lässige Performance…Dieser Geizige ist den Weg wert.“ Abendzeitung

 

 

„PeterLicht hat Molières Komödie in die Jetztzeit übertragen – in der alles und jeder in der Krise steckt“  Süddeutsche Zeitung

 

 

Wer sie kennt, die Leere des Geldes, des Konsums und der Plastikverpackungen, wird sein Vergüngen an dem Werk und an der in sich geschlossenen und kristallisierenden Inszenierung von Torsten Bischof finden. Wer ihn kennt, den Geiz, den Machtanspruch und das Gönnertum wird genervt verständnislos den Kopf schütteln. Wer zwischen den Polen schwankt, den bewegt das Werk, entlockt ihm an vielen Stellen Lachen. Es morpht…fungiert als Spiegel und daher unbedingt erlebenswert.“ theaterkritiken.com

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