Der gute Mensch von Sezuan

Der gute Mensch von Sezuan
Bertolt Brecht / Paul Dessau
Parabelstück mit Musik

Open-air im urbanen Raum des Schwere Reiter

„Wie soll ich gut sein, wo alles so teuer ist?“
Shen Te

Wie kann ich leben: Kann ich gut sein, oder garantiert das selbstsichernde Verhalten, das andere und mich selbst ausbeutet, als einziges das Überleben? Um dieses Zentrum bewegen sich die Regisseurin Franziska Kronfoth und ihr Team, die sich jüngst mit ihrer Berliner Produktion „Lulu/Nana“ im Schwere Reiter Musik vorstellten.

Die Möglichkeit, wirklich gut zu leben und zu lieben ist rational abgeschrieben und nur noch als korrektive, ökonomisch nutzbar gemachte Sehnsucht vorhanden. Wenn das Theater heute die Frage danach stellt, mag das also anachronistisch sein, aber gerade darin liegen natürlich die Aufgabe und die Brisanz – um mit Artaud zu sprechen – „wesentlichen Theaters“.

Brechts Stück hat das Nachdenken und die Analyse der Verhältnisse zum System erhoben und exerziert sie in diesem Fall geradezu mustergültig durch. Das schauspielerische wie inszenatorische Ziel, das Publikum wach, mündig und eigenständig zu halten, wird ergänzt durch den Anspruch, konkretes Leben in das Nachdenken hineinzubringen, die theoretischen Fragestellungen in ihrer emotionalen Bedeutung zu prüfen, durch die sie eigentlich erst Sinn und Daseinsrecht erhalten.

Gespielt wird das Stück in einem Parcours von versteckten Orten auf dem Gelände der Dachauer Str. 112/114, durchwandert vom Publikum gemeinsam mit den Schauspieler*innen, die auch als Musiker agieren; der Weg durch das Stück ist auch ein physischer, mit dem eigenen Körper erlebter.
„Ich bin zu allem bereit, aber wer ist das nicht?“

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Gefördert von: Kulturreferat der Landeshauptstadt München, Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg

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