Trust

TRUST heißt Vertrauen, und darum geht es: um ein Grundgefühl von emotionaler Sicherheit beziehungsweise um das Abhandenkommen dieses Gefühls, um den Vertrauensverlust. TRUST meint aber auch im ökonomischen Sinn den Zusammenschluss mehrerer Unternehmen unter Aufgabe ihrer rechtlichen und wirtschaftlichen Selbständigkeit zum Zweck der Monopolbildung und Gewinnmaximierung. Beobachtet wird ein Paar genau an der Schnittstelle zwischen Privatsphäre und Ökonomie. Dort, wo sich marktwirtschaftliches und zwischenmenschliches Interesse berührt, überlagert und verdeckt. Was passiert, wenn sich Gefühl und Ökonomie zur Gefühlsökonomie kurzschließt, wenn Marktgesetze zu Beziehungsgesetzen und Beziehungsgesetze zu Marktgesetzen mutieren? Begegnet wird einer Wut außerhalb von Reflexionsschleifen, die punktgenau vor dem Handlungsimpuls jeden Affekt zum Gefühl sublimieren. Begegnet wird aber auch einer grundtiefen Traurigkeit und Erschöpfung, dem Gefühl heilloser Einsamkeit und Vereinzelung in einer Welt, in der die Erschütterungen der globalen Finanzkrise selbst in die private Beziehungsebene hereinbrechen. Die Frage stellt sich: Was tun?

 
Falk Richter wurde 1969 in Hamburg geboren. Seit dem Studium der Philosophie und der Schauspielregie arbeitet er als Autor, Übersetzer und Regisseur. Seine Stücke u.a. „Gott ist ein DJ“, „Electronic City“, „Unter Eis“ und „Sieben Sekunden“ liegen in mehr als 15 Sprachen übersetzt vor und werden weltweit gespielt. Vor allem in Frankreich werden seine Stücke von den Regisseuren Stanislas Nordey, Cyril Teste und Anne Monfort regelmäßig inszeniert. Anne Monfort übersetzte alle seine Stücke ins Französische. An der Schaubühne Berlin hat er mit Anouk van Dijk „Trust“ in einer Tanztheaterproduktion uraufgeführt. Nach Arbeiten unter anderem für das Schauspielhaus Hamburg, der Oper Frankfurt, der Bayerischen Staatsoper und dem Wiener Burgtheater war er von 2000 – 2004 Hausregisseur am Schauspielhaus Zürich. Er ist ebenso an der Schaubühne Berlin und am Schauspielhaus Düsseldorf als Hausregisseur tätig und widmet sich weiterhin seiner Autorentätigkeit.

 

 

Pressestimmen

„Die intelligent aufgespalteten Textflächen ohne feste Rollen erzählen in vielfältigen szenischen Laboranordnungen von der Auflösung des Privaten durch das Geschäftsleben.“ Abendzeitung

 

„Wenn diese Inszenierung des Stückes von Falk Richter Sinn macht, dann in jedem Fall um einen schwelenden Diskurs weiter anzustoßen. Markus Schlappig gelang mit kraftvollen Bildern ein solcher Anstoß.“  theaterkritiken.com


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